Der Empire Cup erlebt in diesem Jahr ein Finale, wie es emotionaler kaum sein könnte. Mit Auckland City FC und Auckland United FC stehen sich zwei Klubs aus derselben Stadt gegenüber, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und doch seit Monaten auf genau diesen Moment zugesteuert sind. Das Endspiel ist nicht nur ein sportlicher Höhepunkt, sondern auch ein Duell zweier Trainerphilosophien: Auf der einen Seite Konfuzius, der ruhige Stratege an der Seitenlinie von Auckland City, auf der anderen Wasserlasser, der leidenschaftliche Antreiber von Auckland United.
Schon im Vorfeld war die Stimmung in der Stadt elektrisiert. „Ganz Auckland spricht nur noch über dieses Finale“, schrieb der Auckland Daily Herald in seiner Wochenendausgabe. „Der Empire Cup bekommt das Traumfinale, das sich jeder Neutraler wünscht – ein Stadtderby mit Titelgarantie.“ Die Ticketnachfrage erreichte Rekordwerte, und selbst eingefleischte Rugby-Fans wurden in den Bann des Fußballs gezogen.
Auckland City FC marschierte mit beeindruckender Konstanz durch das Turnier. Trainer Konfuzius setzte dabei auf Kontrolle, Geduld und taktische Disziplin. Nach dem Halbfinale zeigte sich der Coach gewohnt zurückhaltend: „Finals gewinnt man nicht mit Emotionen, sondern mit Klarheit im Kopf“, erklärte er im Interview mit City Sports. „Wir respektieren Auckland United, aber wir glauben an unsere Idee von Fußball.“ Ein Spieler aus dem erweiterten Kader wurde in der lokalen Presse sogar mit den Worten zitiert: „Unter Konfuzius weiß jeder genau, was er zu tun hat. Das gibt uns enorme Sicherheit.“
Ganz anders der Weg von Auckland United FC. Das Team von Trainer Wasserlasser lebte im gesamten Wettbewerb von seiner Intensität und seinem unbedingten Willen. Mehrfach drehte United Spiele in der Schlussphase, sehr zur Freude der eigenen Fans. „Wir geben niemals auf, das ist unsere DNA“, sagte Wasserlasser nach dem dramatischen Halbfinalsieg, als er noch leicht heiser vom Coachen war. Gegenüber dem Radiosender Radio Waitemata ergänzte er: „Finale gegen City? Besser geht’s nicht. Wir wollen Geschichte schreiben.“
Auch in der Kabine von Auckland United ist der Glaube groß. Kapitän und Führungsspieler brachte es in einem Interview auf den Punkt: „Viele haben uns vor dem Turnier nicht auf dem Zettel gehabt. Jetzt stehen wir im Finale. Warum sollten wir hier aufhören?“ Die lokale Presse beschrieb die Stimmung bei United als „laut, hungrig und furchtlos“.
Das Finale selbst verspricht somit weit mehr als nur einen Titel. Es ist ein Aufeinandertreffen von Ruhe gegen Leidenschaft, Struktur gegen Dynamik, Kontrolle gegen Risiko. „Egal wie es ausgeht, dieses Spiel wird man in Auckland nicht vergessen“, kommentierte ein Kolumnist der New Zealand Football Post. Der Empire Cup bekommt sein würdiges Finale – und die Stadt ihren ganz eigenen Fußballmoment.
Am Ende bleibt nur eine Gewissheit: Wenn der Schlusspfiff ertönt, wird es in Auckland einen Sieger geben. Und eine Geschichte, die noch lange erzählt werden wird.
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